Cannabis Medical Club

Wiener Neustadt/Österreich

Erzählungen von Patienten

Meine Erfahrung mit Dronabinol


Ich bin Heinz, knapp 40 Jahre alt und komme aus dem Vorarlbergerland. Ich hatte im August 2012 die Diagnose AML mit einer sehr bösartigen Genmutation bekommen. Nach der dritten Chemositzung unter Quarantäne war klar, dass gegen das Rezidiv nur noch eine Knochenmarksstammzelltransplantation helfen könne. Also lies ich mich darauf ein. 

Da es keinen Fremdspender für mich gab, bekam ich die neuen Stammzellen vom Nabelschnurblut eines Neugeborenen. Es verlief alles gut. Allerdings wurden meine Nerven von der ganzen Medikation ziemlich stark beleidigt. Auch mit dem Schlafen war es vorbei. Es ging nur noch stückerlweise und auch nur mit Schlaftabletten. Vor ca. einem halben Jahr hab ich dann noch eine sehr aggressive Gürtelrose bekommen. Dieser Nervenschmerz war nicht auszuhalten, also bekam ich sehr starke Antiepileptika, weil das vom Arzt vorgeschlagene Morphium für mich auf keinen Fall in Frage käme. Mit diesen Tabletten und Novalgin kam ich dann die nächsten Tage drüber. Jedoch beunruhigte mich meine Recherche im Internet sehr. Ich bekam von diesen Medikamenten furchtbare Angst. Daraufhin hab ich mir von einem Wiener Arzt auf Privatrezept Dronabinol verschreiben lassen und dieses ausprobiert. Der Arzt sagte zu mir, dass Dronabinol die Wirkung anderer Medikamente verstärken soll. 

Also begann ich mal mit 10 Tropfen abends. Tatsächlich hab ich damit die schweren Präparate um 2/3 reduzieren können und siehe da, schlafen konnte ich plötzlich ohne Schlaftabletten auch wieder. Ich finanzierte mir das Dronabinol vorerst mal selbst. Von der GSVG bekam ich nach Einreichung des Rezeptes eine Antwort, dass sie einen Therapieplan von der Schmerzambulanz benötigen und nicht abgeneigt sind mir dieses Medikament zumindest zu 80% minus Rezeptgebühr zu finanzieren. Darauf hin ging ich zur Schmerzambulanz. 

Der Doktor dort kannte sich mit Dronabinol sichtlich nicht wirklich aus. 

Er meinte nur, dass er mir zuerst andere Präparate verschreiben müsse, bevor er Dronabinol in Erwägung ziehe. Außerdem meinte er, dass Dronabinol körperlich abhängig mache. Also verschrieb er mir Lyrica. Zu Hause stellte ich fest, dass dieses Medikament die anderen mit der Gefährlichkeit in den Schatten stellt. Furchtbar, dachte ich mir, wie die Ärzte an die Pharmazie verkauft sind. Eine Woche später kam ich wieder zur Schmerzambulanz und klagte über Herzrasen und Schlaflosigkeit. Wieder erlaubte er mir die "alte" Medikation mit Dronabinol. Er werde mit der Schmerzambulanz in Klagenfurt Rücksprache halten und meldet sich dann bei mir. So war es auch. Er bekam seine Bestätigung und verschrieb mir Dronabinol und einen Therapieplan. Diesen schickte ich zur SVA und siehe da, sie zahlen mir jetzt 80% minus Rezeptgebühr. 

Das ist jetzt drei Wochen her. Jetzt nehme ich zwischen 5 und 15 Tropfen abends ein. Und das allerbeste ist, dass ich keinerlei anderen Medikamente mehr benötige. Keine Schlaftabletten, keine Tabletten bzw. Novalgin für die Schmerzen. Ich hab auch niemals Morphium gebaucht, wie der Arzt es mir empfohlen hat. Ich hab auch schon einmal drei Tage keine Tropfen eingenommen. Keinerlei Entzugserscheinungen. Für mich ist die Hanfpflanze eine Wunderpflanze.