Cannabis Medical Club

Wiener Neustadt/Österreich

Erzählungen von Patienten

Psychische Probleme und die Hilfe mittels Cannabis

Mein Name ist Florian und ich habe vier Selbstmordversuche hinter mir. Die ersten zwei mit einer Substitol-Überdosis, die anderen zwei mit Medikamenten-Überdosierungen mit 100 Catapresan und 60 Benzodiazepinen, sowie weiteren Medikamenten (in meinem Krankenhausbefund steht, dass ich mindestens 200 Tabletten aufwärts genommen habe). Ich habe aufgrund meiner schweren psychischen Probleme 2014 vom Bundessozialamt einen Behindertenausweis mit einem festgestellten Grad der Behinderung von 70% erhalten. Mit 15 Jahren wurden bei mir einige psychische Erkrankungen festgestellt. So leide ich an Burnout, einer Ich-Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ und chronischen Depressionen. Am 17. Juli 2014 wurde bei mir ADS festgestellt wofür ich nun Ritalin einnehmen muss.

Das mit der Dronabinol-Therapie fing so an. Ich musste wegen § 27 SMG Abs. 2 vor Gericht. Bei der Verhandlung meinte die Richterin zu mir, ich sollte mir das Cannabinoid Dronabinol (THC) verschreiben lassen. Nach einem eingehenden Beratungsgespräch habe ich schließlich Dronabinol von Dr. Kurt Blaas verschrieben bekommen. Das erste Monat verschrieb mir Dr. Blaas die ölige Dronabinol Lösung. Diese zeigte bei mir jedoch wenig bis gar keine Wirkung, erst bei 20 Tropfen aufwärts habe ich eine Wirkung verspürt. Einen Monat später hatte ich eine Verlaufskontrolle bei Dr. Blaas. Ich berichtete ihm, dass die ölige Lösung fast keine Wirkung bei mir hat. Dr Blaas hat mir dieses Mal die alkoholische Dronabinol-Lösung zum Verdampfen für den Vaporizer verschrieben. Leider komme ich mit einem Fläschchen der alkoholischen Dronabinol-Lösung nur 14 Tage aus.

Ich bin in Oberösterreich zuhause und da ich sehr wenig Geld zur Verfügung habe, kann ich es mir schlicht nicht leisten zu jedem Kontrolltermin nach Wien zu fahren, so schrieb ich Dr. Blaas, dass es mir leider nicht möglich ist, jedes Monat nach Wien zu fahren um den Verlaufskontroll-Termin in Anspruch zu nehmen, da ich in Invaliditätspension bin wo das Geld jeden Monat sehr knapp ist. Dr. Blaas und ich haben das nun so organisiert, dass er mir jeden Monat 2 Rezepte eingeschrieben per Post schickt. Dazwischen hatte ich auch noch einen Termin bei einem Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Dr. Hermann-Meng welcher mir eine Befürwortung für die Dronabinol-Therapie schrieb. Diese Befürwortung habe ich bei der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse mit meinen Befunden abgegeben. Am Nachmittag desselben Tages bekam ich einen Anruf von einem Arzt der GKK, welcher dort für Dronabinol zuständig ist. Dieser teilte mir schließlich mit, dass meine Dronabinol Therapie nicht von der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse übernommen wird.

Ich werde nichts unversucht lassen, dass die Gebietskrankenkasse doch noch die Kosten für meine Dronabinol-Therapie übernimmt, da es gesundheitlich, sozial und ökonomisch schlicht unzumutbar ist, dass ich nun wieder zwischen 6 und 9 Tabletten pro Tag einnehmen muss. Dazu kommt noch das Ritalin gegen die ADS Symptome. Ich habe aufgrund meiner gesundheitlichen Situation seit meinem 15 Lebensjahr (ich bin jetzt 22 Jahre alt) circa 30 verschiedene Antidepressiva, Neuroleptika und Benzodiazepine geschluckt, die jedoch bis auf Benzodiazepine keine Besserung meiner Symptome bewirken. Die Benzodiazepine muss ich nun wieder nehmen da ich ohne meine Dronabinol-Therapie sonst den Tag nicht überstehen würde.

Ich möchte gerne von unserer Regierung wissen, wo da die Verhältnismäßigkeit bleibt und warum die Oberösterreichische Gebietskrankenkasse nicht die Kosten für das gelindere Mittel Dronabinol übernimmt, wenn mir das in meinem Leben weit besser hilft, als die schweren Psychopharmaka, welche ich nun schlucken muss und die viel mehr und teils gravierende Nebenwirkungen haben?