Cannabis Medical Club

Wiener Neustadt/Österreich

Fundstück der Woche

Zu unserem Fundstück der Woche:

Österr. Produzent postet auf seiner Homepage Inhaltsanalyse seines CBD-Produkts mit weniger Inhalt als auf dem Fläschchen angegeben, wundert sich dann über Anfrage des Cannabis Medical Club Wiener Neustadt und reagiert verschnupft... Schindluderei am CBD Markt?

Verlauf der Anfrage im Artikel:

Die Geschichte  im Detail gekürzt, ich hoffe Sie als Kunde/Anwender können danach selbst urteilen.

Bei Fragen können Sie mich gerne per email kontaktieren wn@cannabissocialclub.at

Wir werden den Namen der Betroffenen jedoch in keiner Emailanfrage preisgeben.

Hinweis:

Hier handelt es sich um die Veröffentlichung von Schriftverkehr zwischen Wagner Gerald als Vertreter des Cannabis Social Club Wr. Neustadt und eines betroffenen CBD-Produzenten. Die Antworten, kursiv abgebildet, sind Zitate des Produzenten. Der Text ist anonymisiert und lässt keine Rückschlüsse auf die betroffenen Personen zu. Eine Ähnlichkeit von anderen am Markt befindlichen Produkten und deren Bezeichnung, hat mit der in der Email angeführten Tabelle nichts zu tun. Ausserdem handelt es sich um einen selbständigen Produzenten, wie auf seiner  Seite für jedermann ersichtlich ist. 

Meine Anfrage, geschwärzt, hier ersichtlich als Interview aufgebaut. Frage – Antwort. 

Anfrageemail an einen CBD-Produzenten

Legende: 

Grün gekennzeichnet, Produkte welche in unserer vorgegebenen Schwankungsbreite lagen und rot gekennzeichnet welche sich nicht mit produktspezifischen Angaben decken. 0,5% Schwankungsbreite bei angepriesenen 5% Produkten und 1% Schwankungsbreite bei 10% Produkten. 

  

Mir ging es in dieser Anfrage vorerst rein um die Anfragenbeantwortung, wieso man eine nicht korrekte Analyse auf seiner Website veröffentlicht und wie sich dieser Produzent erklären kann, dass seine Produkte weniger Inhaltsstoff aufweisen als angepriesen.







Antwort:

„Hallo,

mit wem führe ich jetzt die Kommunikation wie ist Ihr werter Name?

Offene Fragen werden von unserer Rechtsabteilung beantwortet!

Wer ist der Ansprechpartner das ich das an unsere Rechtsabteilung und unser Labor weiterleiten kann?

Überteuerte Preise? Die Firma bestimmte die "überteuerten" Preise  und wird auch weiterhin die Preisgestaltung unserer Produkte bestimmen!!

Der Umsatz der Firma Produkte und Anzahl der verkauften Produkte, wie auch unsere Kundenliste zeigt das unsere Kunden absolut zufrieden sind mit unserer Qualität! Im bälde ist eine 10% ige Preissteigerung geplant!

Die angegebenen Werte (2017) euerseits Stimmen auch nicht mit unseren letzten Testergebnisse überein welche unter Noterielleraufsicht durchgeführt worden sind und als Korrekt befunden worden sind!

Sind eure Test auch unter Noterielleraufsicht durchgeführt worden?

Mit freundlichen Grüßen

Die Firma“

Anhand der ersten Emailantwort, lässt sich schon erkennen, wie der Produzent reagiert, dies zog sich durch unseren ganzen Emailverkehr, weshalb Sie auch nur eine gekürzte Version präsentiert bekommen, da dies die Lesezeit verdreifachen würde.

Da meine ersten Fragen nicht beantwortet wurden, stellte ich die selbigen Fragen nochmals etwas anders formuliert. Mit folgender Antwort (Zitat):

„Hallo Herr Wagner,

wir haben mittlerweile ein eigenes Labor weil die Chargen des öfteren wechseln sind die Analysen auf dauer sich nicht rechnet. In einem Zusammenschluss mehrer CBD Produzenten haben wir eigenes Labor welches wir im Zusammenschluss nutzen.

In unserem Labor sind unter anderem Chemietechnicker und ein Rechtsanwaltsbüro beschäftigt die darauf achten das alles mit rechten Dingen abläuft!

Alle Produkte bekommen in Zukunft einen Prüfsiegel der den Standard unserer Produkte garantiert!

Somit können wir in Zukunft unsere Qualität unter Rechtlicher aufsicht garantieren!

Der Gütesiegel wird in allen unseren Exportländern anerkannt!“

Neuerlich stellte ich die Frage auf seine veröffentlichte Analyse. Und wenn er als Produzent bessere Analysen vorliegen hat, wieso er diese nicht veröffentlicht um meine Analysen zu entkräften. Aber wenn er es garantieren kann, dann glauben wir es natürlich auch.

Uns vorliegende Analysen über weitere angebotene Produkte:




Dann folgte folgende Antwort:

„Leider habe ich keine Zeit um mich damit auseinanderzusetzen da ich genug andere wichtigere Dinge      zu tun habe und niemanden Rechenschaft für irgendwas schuldig bin.

Analysen bleiben bei der Firma und werden nur mehr Einzelhandelskunden zur Verfügung gestellt, seit heute. Alle anderen Kunden können sich bei Ihnen bedanken das es soweit kommen hat müssen, das diese keine Einsicht mehr in unere Analysen haben.

Ich will und brauch keine Datenbank, vielen Dank für das Anbot! Somit ist unsere Kommunikation damit für mich beendet!“

Mit der Aufklärung, dass wir dem Produzenten nichts schlechtes wollen, sondern lediglich auf seinen kleinen Fehler auf seiner Homepage aufmerksam machen wollten und nachfragen wieso in seinen Produkten weniger Inhaltsstoff als angegeben drinnen ist?

Bisher wurden unsere Übermittelten Ergebnisse aus den Analysen nicht entkräftet. Stattdessen kam eine neuerliche Antwort über deren Produkte und einer neuen Analysevariante.

„......Ich habe alle Produkte bei Canna Valencia testen lassen, ich weiss nicht wo sie Ihre Produkte testen haben lassen, ist aber auch absolut nicht relevant für mich also egal......

Je nach Labor wurden unterschiedliche Werte festgestellt. Was ich zu meinem bedauern auch im Jahr 2017 festellen musste!

Komischerweise hatte ich in all den Jahren keine beschwerden über Wirkungsschwankungen bei CBD Produkten.“

Wenn also der vermeintliche Produzent weiß, dass die Angaben sich nicht mit den Produktanalysen decken, wieso unternimmt er nichts? Wieso geht eine solche Charge trotzdem in den Verkauf?

In der Zwischenzeit kontaktierte mich ein weiterer größerer österr. CBD-Produkte Hersteller mit der Aufforderung an meine Mitstreiter und mich, wir sollen aufhören für Aufregung zu sorgen, deren Kunden bzw. Produkte schlecht zu machen und bezeichnen mich/uns als CBD Polizei und ob wir den Markt ruinieren wollen.

Meiner/Unserer Ansicht ist es sehr wohl relevant für Anwender und Kunden von CBD-Produkten, unabhängige Analysen zu veröffentlichen um eine Transparenz am Markt zu schaffen. Dies sollte auch im Interesse der Unternehmer sein, welche CBD-Produkte verkaufen.  Wenn es schon als Nahrungsergänzungsmittel angepriesen wird, sollte man sich auch an die selbst angegebenen Werte halten.

Mein Fazit: Passt auf wo ihr CBD-Produkte kauft, nicht alles ist Gold was glänzt. In diesem Verlauf ist  ersichtlich das sich der „Produzent“ sehr unglaubwürdig macht und keine Ahnung hat und es Ihm auch egal zu sein scheint ob sich dass im Produkt befindet was auch drauf steht.

Gegenanalysen welche meine Behauptung entkräften könnten, wurden mir leider nicht übermittelt. Da diese Recherche aufzeigt wieviel Schindluder getrieben wird, können wir Ihnen mitteilen, dass die ARGE CANNA bereits seit geraumer Zeit an unabhängigen Analysen von CBD-Produkten am Markt arbeitet und diese sammelt und für Juni 2017 die Veröffentlichung plant.

Aufklärung:

Zu dieser Themenarbeit (Ist in CBD Produkten auch das drinnen was angepriesen wird, Anm.) gibt es schon unzählige Vereine und Organisationen welche sich dem widmen, wie z.B. die ICCI aus Tschechien oder die österr. Patientenorganisation ARGE Canna. (www.arge-canna.at)

ARGE Canna führt ebenso einen unabhängigen Produkttest von am Markt befindlichen Produkten durch und steht kurz vor der Veröffentlichung dieser Arbeit.

Doch dazu mehr in einem weiteren Artikel. Bzw. siehe bereits publizierte Beiträge (ICCI).

Ich versuche mit der Veröffentlichung dieses Falles, nicht einen Markt oder einem Produzenten zu schaden, ganz im Gegenteil, dies schafft ein wenig Aufklärung auf einige Fragen die sich auch einige stellen und vielleicht denken manche um, welche teilweise  einen regelrechten Kunden-Nepp betreiben.

Es herrscht unter vielen eine gewisse Unsicherheit. Wie auch die letzte Anfragenbeantwortung des Gesundheitsministeriums bei Frag den Staat zeigt.

Beantwortung: https://fragdenstaat.at/files/foi/2012/Nutzhanf_BMGF-21561_0017-II_A_5_2017_13.04.2017_Gerald_Hochegger_geschwaerzt.pdf

Wenn wir es doch alle als DIE Heilpflanze sehen, wieso wird dann so viel Schindluder getrieben? #stopschindluderei

CBD – Cannabidiol ein tolles Produkt, ein riesiger Markt, viele Nieschen, keine Regulation – Platz für jeden, ein Mysterium zwischen Nahrungsergänzungsmittel und verbotenem Produkt. 

News am Rande. Ausführlicher Artikel folgt.

In der Steiermark stand ein Vater vor kurzem vor Gericht, da er seinem Sohn im Falle einer Erkältung CBD-Tropfen gab und die Ärztin des LKH Anzeige erstatte. Freispruch!

Wie kann dies sein, es ist doch ein Nahrungsergänzungsmittel, andere Ärzte empfehlen es. Diese Ärztin zeigt es an.

Lt. AGES ist CBD KEIN Nahrungsergänzungsmittel. Auch wenn wir es vielleicht so sehen, ist es das noch nicht.

Siehe CBD haltige Extrakte:

https://www.ages.at/service/sie-fragen-wir-antworten/hanf/

Was denn nun? Nahrungsergänzung oder nicht?

So wird es weiterhin in unzähligen Shops Europaweit angeboten und propagiert. Sogar im Apothekengroßhandel erhältlich und auch dementsprechend in Apotheken zu noch höheren Preisen als in „Growshops“ oder „Naturläden“.

Ich bin nicht schlauer, sondern viel mehr sauer. Ein großes Tohuwabohu.

In diesem Sinne –

Bleibe ich weiter dem Motto treu: Hanf mit Herz und Hirn 


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