Cannabis Medical Club

Wiener Neustadt/Österreich

Über Hanf

Geschichte 

Ohne Hanf hätte Columbus nicht nach Amerika segeln können und wir könnten heute die Gutenberg Bibel aus dem 15. Jhdt. lesen, wäre sie nicht auf Hanfpapier, sondern auf Papier aus Holz geschrieben worden. 

Der Hanf begleitet die Menschen als Kulturpflanze in seinen verschiedensten Nutzungsweisen bereits seit Jahrtausenden. Bereits 2.800 v.Chr. findet der Hanf in einem chinesischen medizinischen Text Erwähnung als Mittel gegen Malaria, Rheuma und andere Krankheiten. Von China fand der Hanf den Weg über Indien in den Rest der Welt. Die ältesten Funde in Europa sind ungefähr 5.000 Jahre alt. Cannabis stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Kasachstan, denn im heutigen Litauen wurden Hanfsamen gefunden, die ca. 2.500 Jahre alt sind. Griechen und Ägypter kleideten sich aus Hanf, was von Herodot erwähnt wird. Neben Flachs war Hanf die wichtigste Faserpflanze Europas. Neben dem Einsatz der schmerzlindernden und medizinischen Wirkung, fand der Hanf auch Verwendung im Schiffs- und Hausbau und bildete einen wesentlichen Bestandteil der Ernährung. So war man im 14. Jhdt. n. Chr. der Meinung, dass der Genuss des Hanfsamens zu einem langen Leben und einer gesunden Konstitution verhalf. Darüber hinaus waren Menstruationsbeschwerden, Verstopfung, Erbrechen, Vergiftung und Ruhr Einsatzgebiete. 

Das Hanföl, aus den Samen gepresst, half bei Hautkrankheiten, Geschwüren, Lepra und offenen Wunden. Diese grundlegende Bedeutung behielt der Hanf auch im Mittelalter, wo er auch für die Herstellung von Waffen genutzt wurde, z.B. für den Langbogen, dessen Sehnen aus Hanf gemacht waren. Es gab keine Faser, die diese Robustheit und Widerstandsfähigkeit aufgewiesen hätte. Diese Eigenschaften fanden auch in der Schifffahrt Verwendung, da Hanfseile und Segeltuch aus Hanf nicht nur extrem robust sind, sondern darüber hinaus auch noch wasserabweisend. Hätte Columbus seine Segel aus Baumwolle hergestellt, hätte sich dieses schnell mit Wasser angesaugt und wäre so schwer geworden, dass die Masten gebrochen wären. 

Eine weitere wichtige Anwendung war Bekleidung, die aufgrund derselben Vorzüge geschätzt wurde. Darüber hinaus wurde die Hanfpflanze für die Papiererzeugung verwendet. Die berühmte Gutenbergbibel aus dem Jahr 1455 und die Unabhängigkeitserklärung von 1766 wurden auf Hanfpapier gedruckt. Erst Mitte des 20. Jhdt. wurde der Hanf durch Kunstfasern ersetzt, so dass er nicht nur aus der Seilerei, sondern auch aus der Bekleidungsherstellung verbannt wurde. Trotz der heilenden Wirkung, des schnellen und robusten Wachstums, wurde der Hanf mehr und mehr zurückgedrängt. Der erste Schlag gegen den Hanf als Genussmittel wurde bereits im Jahre 1484 geführt, als Papst Innozenz VIII Cannabis mit Hexenkraft in Verbindung brachte und verbot. In Wahrheit ging es um die Eliminierung des Cannabis als Abgrenzung zum Islam.

   

Auch als Schmerzmittel, als das es in Europa bis ins 19. Jhdt. eine großartige Karriere hingelegt hatte, wurde es ins Abseits gestellt, da die Firma Bayer ein Medikament namens Aspirin auf den Markt brachte, die natürlich daran interessiert war den unliebsamen, da viel billigeren und nebenwirkungsärmeren Konkurrenten vom Markt zu verdrängen. Bei diesem Unterfangen erhielt man tatkräftige Unterstützung aus den USA durch die Anti-Cannabis-Kampagne von Harry J. Anslinger. Diesem gelang es ein prohibitives Klima gegen Süchtige und Händler zu erzeugen, indem er wichtige Kongressabgeordnete über Drogenkontrolle informierte und mit der pharmazeutischen Industrie, der konservativen Presse und den Bürgerbewegungen zusammenarbeitete. 

Vierzig Jahre lang dominierte er die Formulierung der US-amerikanischen Drogenpolitik auf Bundesebene. Bei Kongressangehörigen sagte er, dass Marihuana „so höllisch wie Heroin“ sei und dass die Konsumenten wahrscheinlich „verrückt werden“ oder „Gewaltverbrechen, Selbstmord oder Mord begehen könnten“, womit er zum modernen Drogenkrieg überleitete, wobei es letztlich weder um den Schutz der Bürger noch um eine wahre Bedrohung ging, sondern einzig um die Wahrung der industriellen, sprich finanziellen Interessen der Pharma-, Papier-, Bau- und Lebensmittelindustrie. Dennoch schaffte es diese restriktive Politik, dass bis heute nicht offen über Hanf als einen wichtigen, robusten, schnell nachwachsenden und damit ökologisch hochwertigen Rohstoff überhaupt zu sprechen.